Obwohl die Fauna im Regenwald gegenüber den Variationen der Flora fast untergeht, haben die afrikanischen Regenwälder viele besondere Spezies, die zum Teil einzig und alleine in den Urwäldern des schwarzen Kontinentes beheimatet sind. Die wohl berühmtesten Vertreter des zentralafrikanischen Waldes sind die Berggorillas. Sie leben vor allem in den höheren Lagen von Ruanda, Kongo und Uganda. Die mächtigen Silberrücken und ihre Familien sind mittlerweile so selten, dass sie offiziell von der IUCN, der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, auf die Liste der aussterbenden Tiere gesetzt wurden. Ebenfalls nur in Zentralafrika beheimatet, ist der nächste Verwandte des Menschen, der Schimpanse. Während sich die Verbreitung des gemeinen Schimpansen noch bis nach Senegal in die westlichen Staaten ausdehnt, ist die Unterart, die so genannten Bonobos, nur in der Demokratischen Republik Kongo zu finden. Auch die Dickhäuter haben einen seltenen Vertreter in den afrikanischen Regenwäldern. Der gerade mal knapp zweieinhalb Meter hohe Waldelefant bildet eine eigene Gattung und ist keine Unterart des afrikanischen Elefanten. Doch nicht nur Säugetiere haben ihr Zuhause in den Urwäldern gefunden, alleine im Kongobecken wurden mehr als 1000 verschiedene Vogelarten nachgewiesen. Zusätzlich beherbergt das Land über 200 Reptilienarten und rund 1300 Schmetterlingssorten.
Regenwälder in Afrika
Der Regenwald in Afrika zieht sich entlang des Äquators durch das Zentrum des Kontinents und Teile des südlichen Westen. Den größten Anteil haben die Staaten Ruanda, beide Kongostaaten, Kamerun, Gabun, Nigeria, Elfenbeinküste und Liberia. Den wichtigsten Part für die Artenvielfalt in Flora und Fauna hat das Kongobecken. Das Kongobecken bildet nach dem südamerikanischen Regenwald die größte zusammenhängende Fläche an Urwald weltweit.
In einem typischen Regenwald verlaufen die unterschiedlichen Pflanzenschichten in einer vertikalen Ausdehnung. Die Humusschicht bildet die Bodenfläche. Sie ist eine Mischung aus Wurzelwerk, Bakterien und Pilzen. Darüber liegen die Bodendecker wie z. B. Moose und Farne abgeschirmt von den Sträuchern. Die Baumstufen untergliedern sich noch einmal in niedrige Bäume, Kronendach und Überständer, die mit ihren rund 60 Metern noch zu einem Drittel über die durchschnittliche Höhe des Baumdachs hinausragen. Es gibt alleine im Kongobecken über 600 verschiedene Baumarten darunter auch edle Nutzhölzer wie Ebenholz, Mahagoni und Teak. Ein völlig neues Gesicht zu den üblichen Tieflandregenwäldern zeigt zum Beispiel der Nyungwe Wald in Ruanda. Er gehört zu den selteneren Bergregenwäldern, die oftmals auch als Nebelwälder betitelt werden und zeichnet sich bei seiner Lage auf ca. 1500 Meter durch einen erhöhten Niederschlag aus. Nyungwe besitzt rund 100 verschiedene Orchideenarten, wobei viele von diesen nur dort vorkommen.
